Liefergebühr, Servicegebühr und der Preis, den du nicht siehst
Das Gericht kostete 11 €, die Bestellung am Ende 19 €. Der Unterschied ist kein Geheimnis, taucht aber selten an einer einzigen Stelle auf. Er verteilt sich auf Liefergebühr, Servicegebühr, Kleinbestellzuschlag und eine Speisekarte, die in der App manchmal mehr kostet als an der Theke. Wer weiß, wo was steckt, entscheidet besser.
Die Liefergebühr: wofür sie bezahlt
Die Liefergebühr ist die sichtbarste und am leichtesten zu verstehende: Sie deckt die Fahrt des Fahrers vom Restaurant zu dir. In der Regel gilt: Je weiter weg, desto höher. Viele Apps passen den Betrag auch an die Nachfrage an, sodass dieselbe Bestellung an einem verregneten Samstagabend mehr kosten kann als an einem Dienstagmittag.
Manche Restaurants liefern ab einem bestimmten Bestellwert oder in einem kleinen Umkreis kostenlos, und manche Plattformen bieten ein Abo an, das die Liefergebühr bei passenden Bestellungen streicht. Das heißt nicht, dass die Kosten verschwunden sind: Sie stecken woanders, oft in den Preisen der Gerichte oder im Abo selbst. Das ist nicht verwerflich, aber „kostenlose Lieferung“ heißt nicht automatisch „günstigere Bestellung“.
Im erfundenen Katalog von SemFood liegen die Liefergebühren zwischen etwa 1,50 € und 5,50 € und passen zum Profil des Ladens. Ein kleiner Sushi-Imbiss wie Hanabi liegt am unteren Ende, eine Omakase-Adresse wie Omakase Shun ganz oben. Das ist eine realistische Spanne dessen, was man im echten Leben sieht.
Servicegebühr und Mindestbestellwert
Die Servicegebühr verlangen manche Plattformen, entweder als Prozentsatz der Bestellung oder als kleiner fester Betrag. Sie erscheint in der Zusammenfassung an der Kasse, manchmal unter einem Namen, der nicht sofort verrät, was sie ist. Wer wenig auf einmal bestellt, spürt sie im Verhältnis am stärksten.
Der Mindestbestellwert ist die andere Seite derselben Medaille. Bleibt dein Warenkorb darunter, lässt dich die App entweder nicht bestellen oder schlägt einen Kleinbestellzuschlag drauf. Die übliche Reaktion: noch einen Artikel dazunehmen, um über die Schwelle zu kommen. Und dieser Artikel kostet fast immer mehr als der Zuschlag, den du vermeiden wolltest.
Die Faustregel: Schau vor dem Bestätigen immer auf den Endbetrag. Das ist die einzige Zahl, die zählt. Der Preis des Gerichts, die kostenlose Lieferung und der hervorgehobene Rabatt sind alles nur Teile des Puzzles.
Der Preis, den du nicht siehst: die Speisekarte in der App
Restaurants, die über eine Plattform verkaufen, zahlen ihr für jede Bestellung eine Provision. Häufig wird ein Teil davon auf die Preise in der App umgelegt, die dann höher liegen als an der Theke oder beim Abholen. Weil du nur einen der beiden Preise siehst, fällt der Unterschied nicht auf.
Ein erfundenes Beispiel für eine Person: ein Gericht für 11 € an der Theke, in der App für 12,50 €, ein Getränk für 2,50 €, 2,99 € Liefergebühr und 1,20 € Servicegebühr. Macht 19,19 €, gut 70 % mehr als das Gericht selbst. Keiner dieser Beträge ist für sich genommen empörend; erst die Summe überrascht.
Wenn du oft beim selben Laden bestellst, frag nach, ob er einen eigenen Bestellweg hat oder Abholung anbietet. Manchmal ist der Preis niedriger, manchmal nicht. Der Artikel Restaurant oder Lieferdienst vergleicht beide Wege mit Beispielen.
Warum Pizza und Sushi es stärker spüren
Manche Küchen leiden stärker unter Gebühren als andere. Pizza wird oft zum Teilen bestellt und erreicht den Mindestbestellwert schnell, aber die Bestellung am Freitagabend fällt genau in die Stoßzeit. Sushi ist empfindlich beim Transport, kommt oft aus Läden, die weiter weg sind, und hat Boxen und Platten, die den Warenkorb nach oben treiben.
Wenn deine Pizza- oder Sushi-Abende aufs Budget drücken, schau zuerst auf den Betrag pro Person. Eine große Pizza für drei kann pro Kopf günstiger sein als ein Einzelgericht mit voller Liefergebühr. Der Ratgeber zur Pizzeria-Speisekarte zeigt, wie Größe und Preis zusammenhängen.
Den ganzen Preis sehen, bevor du bezahlst
Stell dir vor dem Bestätigen drei Fragen: Wie hoch ist der Endbetrag, wie viel davon ist das Gericht, das ich wollte, und wie viel sind Gebühren und Extras? Wenn der Extra-Teil mehr als ein Drittel ausmacht, gibt es wahrscheinlich eine einfache Stellschraube: das Getränk weglassen, mit jemandem zusammen bestellen oder ein Restaurant in der Nähe wählen.
Bei SemFood zeigt die Kasse die komplette Rechnung mit Artikeln und Liefergebühr, wie in einer echten App, gerade damit die Bestellung echt wirkt. Der Unterschied: Nach der Bestätigung wird nichts berechnet und nichts geliefert. Was die Gebühren in deinem Monat ausmachen, siehst du im Sparometer; das Ritual ohne Rechnung erlebst du bei den Restaurants von SemFood.
Was ist der Unterschied zwischen Liefergebühr und Servicegebühr?
Die Liefergebühr bezahlt die Fahrt des Fahrers und hängt oft von Entfernung und Nachfrage ab. Die Servicegebühr verlangen manche Plattformen, als Prozentsatz der Bestellung oder als kleinen festen Betrag.
Warum ist dasselbe Gericht in der App teurer?
Restaurants zahlen der Plattform für jede Bestellung eine Provision, und oft legen sie einen Teil davon auf die Preise in der App um.
Ist kostenlose Lieferung günstiger?
Nicht immer. Die Lieferkosten stecken oft in den Preisen der Gerichte oder in einem Abo. Vergleich immer den Endbetrag.
Lohnt es sich, für den Mindestbestellwert etwas dazuzunehmen?
Nur wenn du es sowieso gegessen hättest. Meistens kostet der zusätzliche Artikel mehr als der Zuschlag, den du vermeiden wolltest.