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Ratgeber

Weniger für Lieferdienste ausgeben, ohne aufs Bestellen zu verzichten

Von heute auf morgen ganz aufhören hält selten länger als eine Woche. Was funktioniert: die echte Zahl kennen, verstehen, wo jede Bestellung über das Gericht hinauswächst, und zuerst an der Häufigkeit drehen statt am Restaurant. Hier ist die Rechnung, und hier sind die Änderungen, die man am Monatsende merkt.

Fang mit der Zahl an, nicht mit dem schlechten Gewissen

Kaum jemand weiß, wie viel er für Lieferdienste ausgibt. Das Gefühl sagt „hier und da mal eine Bestellung“, und dann kommt die Kreditkartenabrechnung und sagt etwas anderes. Bevor du irgendetwas änderst, rechne den letzten Monat nach: Öffne den Verlauf deiner Liefer-App, zähl die Gesamtbeträge zusammen (mit Gebühren, nicht nur den Preis des Gerichts) und notier dir, wie viele Bestellungen es waren.

Wenn du den Verlauf gerade nicht öffnen willst, schätz. Wie oft bestellst du im Schnitt pro Woche? Was kostet eine typische Bestellung, Liefergebühr inklusive? Multiplizier beides und dann mit 4,33, der durchschnittlichen Zahl der Wochen in einem Monat. Wer dreimal pro Woche für 22 € bestellt, gibt rund 285 € im Monat aus und gut 3.400 € im Jahr. Das Sparometer rechnet das für dich aus, mit deinen eigenen Zahlen.

Einen „richtigen“ Durchschnitt, den du erreichen müsstest, gibt es nicht, und wir zitieren hier auch keinen erfundenen. Entscheidend ist deine eigene Zahl, denn an ihr wirst du drehen. Eine Studentin, die zweimal im Monat bestellt, und eine Familie, die jeden Freitag Pizza kommen lässt, haben nicht dasselbe Problem und brauchen nicht dieselbe Lösung.

Wo die Bestellung wächst, ohne dass du es merkst

Das Gericht, für das du die App geöffnet hast, ist fast nie das, was ins Gewicht fällt. Ins Gewicht fällt alles, was danach im Warenkorb landet. Die Dose Cola, die meist deutlich mehr kostet als im Supermarkt. Die Portion Pommes „als Beilage“. Das Dessert, das dir kurz vor der Kasse vorgeschlagen wird. Der Artikel, den du nur dazugenommen hast, um den Mindestbestellwert zu knacken und keinen Zuschlag zu zahlen.

Dazu kommt, was gar kein Essen ist: die Liefergebühr, die sich mit Entfernung und Uhrzeit ändert, und die Servicegebühr, die manche Plattformen erheben, vor allem bei kleinen Bestellungen. Oft kostet dasselbe Gericht in der App auch mehr als an der Theke, weil das Restaurant einen Teil der Plattform-Provision auf den Preis umlegt. Der Artikel über Liefergebühr und Servicegebühr erklärt jede einzelne davon.

Eine nützliche Übung: Schau dir bei den nächsten drei Bestellungen den Endbetrag an und frag dich, welcher Teil davon das Gericht war, das du eigentlich wolltest. Wenn das Gericht 11 € gekostet hat und der Endbetrag bei 19 € liegt, sind die 8 € Unterschied der einfachste Ort zum Sparen, und das meiste davon wirst du nicht einmal vermissen.

Dreh an der Häufigkeit, bevor du das Restaurant wechselst

Der übliche Reflex: das Stammrestaurant gegen ein billigeres tauschen. Das bringt wenig. Du sparst 2 oder 3 € pro Bestellung, hast das Gefühl, schlechter zu essen, und bist nach zwei Wochen wieder beim alten. Eine ganze Bestellung pro Woche wegzulassen bringt viel mehr. Wer von drei auf zwei Bestellungen zu 22 € runtergeht, spart rund 95 € im Monat, ohne an dem, was er isst, etwas zu ändern.

Damit das nicht wehtut, leg die Tage fest. „Ich bestelle freitags und sonntags“ ist eine Regel, die der Kopf akzeptiert; „ich bestelle weniger“ ist keine Regel, sondern ein guter Vorsatz. Mit festen Tagen wird die Bestellung zu etwas, auf das du dich freust, und nicht zu einer Entscheidung um 21 Uhr, müde und hungrig, also genau dann, wenn wir am schlechtesten entscheiden.

Wenn du weitergehen willst, setz dir ein Monatsbudget und behalt es im Blick. Der Ratgeber zum Budget für Lieferdienste zeigt, wie aus der Monatszahl ein Wochenlimit wird, das du auch wirklich einhältst.

Drei Regeln, die gerade deshalb funktionieren, weil sie langweilig sind

Entscheide, bevor du Hunger hast. Leg in der Mittagspause fest, was du abends bestellst, nicht erst zur Abendessenszeit. Mit Hunger verdoppelt sich der Warenkorb. Satt nimmst du das Gericht und bist fertig.

Lass den Warenkorb zehn Minuten liegen. Stell die Bestellung zusammen, schließ die App und komm später zurück. Oft verschwindet der zusätzliche Artikel beim zweiten Hinsehen, und manchmal verschwindet die ganze Bestellung, weil du eigentlich Lust auf etwas anderes hattest.

Bestell für zwei Mahlzeiten. Eine große Pizza oder ein üppiges Gericht vom Mittagstisch wird schnell zum Mittagessen am nächsten Tag. Die Kosten pro Mahlzeit sinken deutlich, und die Liefergebühr zahlst du nur einmal. Gerichte, die sich gut aufwärmen lassen, wie Gulasch oder Eintopf, eignen sich dafür besonders.

Wenn du eigentlich Lust aufs Bestellen hast, nicht aufs Essen

Achte mal auf etwas: Viele Menschen haben mehr Freude am Ritual (Restaurant aussuchen, Warenkorb füllen, den Fahrer auf der Karte verfolgen) als am Essen selbst. Manchmal ist der Hunger nicht einmal groß. Die Lust gilt dem Ritual.

Genau für diese Lust gibt es SemFood. Es ist ein Lieferdienst-Simulator: Speisekarte, Warenkorb, Kasse und Fahrer auf der Karte, alles wie in einer echten App, nur dass nichts berechnet und nichts geliefert wird, und die App sagt dir das vor jeder Bestellung. Sie ersetzt keine Mahlzeit und hat nicht den Anspruch, dein Budget allein zu retten. Sie ist ein Weg, den Ritual-Teil auszuleben, ohne dass er auf der Abrechnung landet.

Zum Einstieg gib deine Zahlen ins Sparometer ein und sieh, was der Lieferdienst dich pro Monat und pro Jahr kostet. Wenn du danach das Ritual ohne Rechnung willst, schau dir die erfundenen Restaurants von SemFood an oder vergleich die Pläne.

Wie viel ist es normal, im Monat für Lieferdienste auszugeben?

Einen richtigen Betrag gibt es nicht: Er hängt vom Einkommen ab und davon, wie viele Mahlzeiten der Lieferdienst ersetzt. Zur Orientierung rechne deinen aus: Dreimal pro Woche für 22 € sind rund 285 € im Monat.

Seltener bestellen oder billiger bestellen: Was spart mehr?

Meistens seltener bestellen. Eine Bestellung zu 22 € pro Woche weniger spart rund 95 € im Monat, mehr als ein Restaurantwechsel, der 2 oder 3 € pro Bestellung bringt.

Lohnt es sich, Artikel dazuzunehmen, um den Mindestbestellwert zu erreichen?

Nur wenn du den Artikel sowieso gegessen hättest. Kommt er nur in den Warenkorb, um einen kleinen Zuschlag zu vermeiden, kostet er meist mehr als der Zuschlag selbst.

Hilft SemFood, weniger auszugeben?

Es simuliert die ganze Bestellung, ohne etwas zu berechnen oder zu liefern. Wer das Ritual des Bestellens mehr mag als das Essen, kann diesen Teil so ausleben, ohne Geld auszugeben. Es ist weder eine Therapie noch ein Finanztool.